Presseinformationen

Bennigsen, 28. Juli 2021

Mit Tüten voller Gold gegen die Krise

Zahnarzt aus Bennigsen spendet für „Kleine Herzen Hannover“

 

Es war vor etwa vier Jahren, als Dorothea und Klaus Nagel aus Springe bei ihrem Zahnarzt zur Kontroll-Untersuchung waren. Im Gespräch mit Dr. Jörn Riegelmann ergab es sich, dass das Ehepaar von seinem Engagement für den gemeinnützigen Verein „Kleine Herzen Hannover“ erzählte. Immerhin sind sie Gründungsmitglieder.  Frei heraus fragten sie ihren Zahnarzt, was der eigentlich mit dem ganzen Zahngold mache, das er seinen Patienten entfernen würde. Dr. Riegelmann hatte bisher für eine andere bundesweite Organisation gespendet, war aber von der Idee, jetzt auch regional helfen zu können, gleich begeistert. Er sagte sich: „Wenn ich hier vor Ort ein Projekt habe, das ich unterstützen kann und wo auch noch Patienten von mir mit Herzblut dabei sind, dann mach ich doch das!“

 

Seit 2017 hat der Zahnarzt nun schon rund 22.000 Euro für „Kleine Herzen Hannover“ gespendet. „Wir möchten uns dafür recht herzlich bedanken und freuen uns, dass wir mit dem Geld unsere sinnvollen Projekte finanzieren können“, betont Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. Mit den Spenden der Patienten wird zum einen das von Ira Thorsting erfundene und mehrfach ausgezeichnete Krisenbegleiter-Projekt für Ärzte und Pflegekräfte und zum anderen die Mal-Therapie der Kunst-Therapeutin Anne Nissen bezuschusst. 

 

Dr. Jörn Riegelmann hat die Zahnarztpraxis im Jahre 2017 von seinem Vater übernommen. Für ihn sei diese Hilfe kein großer Aufwand, sagt er. „Ich frage die Patienten, ob sie ihr Altmetall mitnehmen wollen oder ob sie es einem guten Zweck zuführen wollen. 95 Prozent sagen dann ja. Dann wandert es in eine große Kiste, dann in den Tresor - und immer wenn das Ehepaar Dorothea und Klaus Nagel in die Praxis kommt, erhalten sie eine große Tüte mit Gold“, erklärt der Zahnarzt. Die direkte und immer nachvollziehbare Verwendung der Spendengelder gefällt ihm besonders gut: „Wenn ich schon spende, dann soll möglichst wenig an irgendwelchen Zwischenmännern hängen bleiben“.

 

Zum 15jährigen Jubiläum von „Kleine Herzen Hannover“ wünscht Dr. Riegelmann dem Verein viele Nachahmer. „Wenn es andere Zahnärzte gibt, die das auch machen wollen, können sie sich gerne an mich oder direkt an den Verein „Kleine Herzen“ wenden. Oder wenn jemand noch Zahngold in der Schublade hat, auch bitte kurz melden“, appelliert Riegelmann an die Spendenbereitschaft. Bei ihm kommt es fast täglich vor, dass er seinen Patienten Zahngold entnehmen muss. „Und da kommt ganz schön was zusammen.“

 

„Man muss es den Leuten einfach machen, das Gute zu verbreiten“, sagt Dr. Jörn Riegelmann. Und lobt dabei das Engagement von Ira Thorsting, der Gründerin der „Initiative Kleine Herzen“ in 2006 und der Vereinsvorsitzenden des Nachfolgevereins „Kleine Herzen Hannover“: „Sie steckt da so viel Herzblut hinein, sie lebt dafür. Und sie ist ein starkes Zugpferd. Dr. Riegelmann wünscht sich zum Jubiläum, „dass Frau Thorsting das noch lange macht und sich weiter für die herzkranken Kinder einsetzt.“ Er jedenfalls wird auch weiter mit dem Zahngold seiner Patienten zu den regelmäßigen Spendern gehören.

Foto: Klaus Nagel (re. i. Bild) und Ira Thorsting von den „Kleinen Herzen Hannover“ bedanken sich bei Dr. Jörns Riegelmann (Bildmitte) für die enorme Spende, die für das bundesweit mehrfach ausgezeichnete Krisenbegleiter-Vereinsprojekt eingesetzt wird.

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Hannover/Sehnde, 13.Juli 2021

Ein offenes Ohr für Einzelgänger

Erzieherinnen der MHH-Spieloase kümmern sich um schwerkranke Kinder

 

Mitten im Weg steht ein Kicker – etwas weiter ein Air-Hockey-Tisch. Die Wände sind bunt bemalt – ein Kind rollert mit dem Bobby-Car von der einen Glastür zur anderen. Dieser Flur ist anders in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Hier sind Ärzte nur im Notfall erwünscht – hier haben die schwerkranken Kinder ihr eigenes Reich: Willkommen in der Spieloase. Drei Erzieherinnen kümmern sich täglich um die Jungen und Mädchen, die ein wenig Ablenkung vom grauen Klinikalltag brauchen. Hier wird Uno gespielt oder Monopoly – hier wird gebastelt oder Fußball geschaut – in der Küche können sie backen und kochen.

 

„Was die Kinder am meisten brauchen ist ein offenes Ohr“, sagt Erzieherin Annette Wiens - seit zwölf Jahren ist sie dabei: „Die meisten freuen sich, dass sie die Station einmal verlassen können und sie hier das normale Leben haben. Die wollen kein Mitleid, die wollen ganz normal behandelt werden, wie andere Kinder auch.“ Noch länger im Team ist Leiterin Claudia Erzfeld-Dokanikis. Seit 1991 kümmert auch sie sich um Kinder, die auf ein Spenderorgan warten oder eine seltene Krankheit haben. Komplettiert wird das Team von Justine Mahlstedt. Sie ist erst seit einem halben Jahr dabei. Weiteres Personal wird gebraucht – aber Bewerbungen gibt es leider keine.

 

Der Tag beginnt um acht Uhr. Auf den Stationen gibt es dann die Übergabe mit dem Pflegepersonal. Dort erfahren die Erzieherinnen, welches Kind gerade frisch operiert wurde, wer mit welchem Problem zu kämpfen hat oder wer sich schon auf die Angebote der Spieloase freut. Denn dort gibt es sogar eine Playstation, eine Wii-Konsole und einen voll ausgestatteten Raum zum Fußballgucken. Für die kranken Kinder sind diese Angebote ein großer Anreiz, schnell wieder mobil zu werden.

 

„Die meisten Kinder sind Einzelkämpfer. Freundschaften gibt es kaum in der Klinik – viele werden in der Schule gemobbt“, sagt Annette Wiens. Kinder also, die eine ganz besondere Betreuung brauchen – und in der Spieloase aufgefangen werden. Aus aller Welt kommen die Patienten nach Hannover. Hier werden Lungen, Nieren, Leber und Herzen transplantiert – 70 Kinder erhalten hier pro Jahr ein neues Organ. 180 Betten gibt es in der Kinderklinik. 

 

Einmal im Jahr steht die Spieloase der MHH im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Das große Sommerfest im Innenhof ist auch für Besucher geöffnet. Der gemeinnützige Verein „Kleine Herzen Hannover“ unterstützt das Programm schon seit sieben Jahren mit Spenden. Insgesamt hat der Verein seit 2014 16.512 Euro für die Spieloase an Spendengeldern zur Verfügung gestellt. Davon wurden unter anderem ein Sandbagger und Strandkörbe für den neu gestalteten Innenhof der Kinderklinik gekauft – und immer wieder auch diverse Spielsachen.

 

Die größte Summe gab es mit 10.000 Euro für ein neues Lichtkonzept der Spieloase - statt Neonröhren wurden dimmbare Lampen in Regenbogenfarben installiert. „Mit Licht und Farbe kann man Kinderseelen erreichen“, betont Vereinsvorsitzende Ira Thorsting bei der Übergabe. Auch für das Projekt „Wasserwelten“ in der Notaufnahme der Kinderklinik hat „Kleine Herzen“ gespendet.

Foto: Auch viele Trösterchen für die Spieloase finanzieren Kleine Herzen Hannover regelmäßig für die kleinen Patienten in der MHH-Kinderklinik.

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Hannover, 28. April 2021

 

Unterstützen Sie unser Vereinsprojekt unter www.np-hilft.de

 

Malen für die Seele

Brücken bauen mit Pinsel, Stift und Farben in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover

 

„Ich möchte, dass die Kinder eintauchen in eine andere Welt, die etwas Heiles und Positives hat.“ Das ist der Anspruch, den Anne Nissen an ihre Arbeit hat. Die Kunsttherapeutin kommt jeden Mittwoch in die Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), um dort mit herzkranken Kindern zu malen. Wenn sie mit ihrem bunt bestückten Malwagen um die Ecke kommt, dann leuchten die Kinderaugen – einige Patienten müssen wochenlang, manche sogar monatelang im Krankenhaus bleiben. Viele kennen Anne Nissen schon und freuen sich auf den Mittwoch. Andere Kinder haben Angst, sind verschlossen, schwer zugänglich. „Wenn ich es schaffe, mit Pinsel, Stift und Farben eine Brücke zu bauen, dann ist das etwas ganz Tolles“, sagt Anne Nissen. Seit 17 Jahren ist sie schon als Kunsttherapeutin an der MHH beschäftigt. Als das Krankenhaus irgendwann keine finanziellen Mittel mehr für die Kunsttherapie hatte, ist der gemeinnützige Verein „Kleine Herzen“ eingesprungen. Seit 2013 finanziert er das wichtige Angebot für herzkranke Kinder aus Spenden. Aber nicht nur das. Inzwischen wurde das Kunsttherapie-Angebot sogar noch ausgeweitet – für Eltern und Familien.

 

Drei verschiedene Ansätze werden jetzt verfolgt. Anne Nissen ist mittwochs in der Kinderkardiologie – vormittags bei den Kindern, nachmittags bietet sie eine kostenlose Kunsttherapie für Eltern an. Und einmal im Monat gibt es das „Wochenend-Malen“ für die ganze Familie. „Das ist dann immer recht quirlig“, sagt Anne Nissen. Wenn Mama, Papa, Onkel, Tante und Geschwister zusammen mit dem erkrankten Kind bunte Kunstwerke auf die Leinwand bringen, dann findet ein reger Austausch statt, dann wird gelacht und gestaunt – eine willkommene Abwechslung im sonst oft so traurigen Klinik-Alltag. Dieses Familienangebot musste im vergangenen Jahr aber leider wegen der Corona-Pandemie unterbrochen werden. Die ebenfalls ausgesetzten Angebote am Mittwoch finden jedoch seit September wieder statt.

 

Wenn Anne Nissen mittwochs in die Klinik kommt, dann bespricht sie zuerst mit den Pflegekräften, welche Kinder an diesem Tag für eine Kunsttherapie in Frage kommen. Für einige besonders schwerkranke Kinder kann das Angebot zu anstrengend sein, andere haben wichtige Untersuchungen oder Behandlungen. „Manche Kinder entdecken beim Malen ihre Stärken, andere bewältigen ihre Ängste“, sagt Anne Nissen. Sie sollen ein Gefühl für sich bekommen und dürfen darum auch frei wählen, ob sie mit Buntstiften, mit Pinsel und Tusche oder gar mit einer Farbwalze arbeiten wollen. Die Malerei müsse zu dem Kind passen, sagt Anne Nissen. Auch könne es wählen, ob es mit einem kleinen oder großen Blatt anfangen möchte. „Bei kleineren Kindern ist das Mischen der Farben in der Palettenschüssel zu einer braunen Matschepampe oft spannender als das Ergebnis auf der Leinwand“, weiß Anne Nissen aus Erfahrung. Aber das sei völlig in Ordnung. In der Klinik sollten die Kinder frei von jeglichen Zwängen und Erwartungen sein.

 

„Fast jedes Bild beginnt mit dem ersten Strich“, sagt Anne Nissen. Es gehe dabei um das Ausprobieren. Manche Eltern würden sich ein schönes Bild von ihren Kindern wünschen. „Wenn das aber nicht entsteht, dann versuche ich den Eltern zu vermitteln, dass es auf die Experimentierfreudigkeit ankommt und nicht auf das Ergebnis“, sagt die Kunsttherapeutin. Kinder würden einfach loslegen, sobald sie ein Stück Papier und einen Pinsel in der Hand haben, sagt Anne Nissen. Sollten die Patienten aber schon etwas älter sein, sei es schwieriger. Bei einem 16jährigen Jungen habe sie meistens wenig Erfolg. Auch die Arbeit mit den Eltern sei immer wieder eine besondere Herausforderung. Sie sind jeden Mittwoch von 14 Uhr bis 15:30 Uhr dran. Der Therapeutin steht für Kinder und Eltern ein ehemaliges Arzt-Zimmer zur Verfügung. An den Wänden hängen die vielfältigen Kunstwerke der herzkranken Kinder – und auch einige ihrer Eltern. Für die Bereitstellung dieses Raumes hat Ira Thorsting gesorgt, die Vorsitzende des Vereins „Kleine Herzen“. Schon seit 2006 engagiert sich der Verein für herzkranke Kinder in der MHH und wurde bereits mehrfach – auch bundesweit – für seine Projekte ausgezeichnet.

 

Über das Malen mit den Eltern kann Anne Nissen so manch interessante Geschichte erzählen. Die meisten seien anfangs sehr zurückhaltend – viele würden sagen, dass sie gar nicht malen können. Die Kunsttherapeutin lässt das aber meistens nicht gelten. Sie sagt ihnen dann, dass jeder malen kann, der einen Stift in der Hand halten kann. Und so manches Mal hat sie damit das Eis gebrochen und auch bereits eindrucksvolle Erfolge gehabt. „Wenn sich jemand darauf einlässt, kann diese Person in eine ganz andere Welt abtauchen“, sagt Anne Nissen. Einmal sei eine Mutter durch sie zum Malen gekommen und habe darin ihre Erfüllung gefunden. Ihre kranke Tochter habe drei Jahre lang in der Klinik auf ein Spenderherz gewartet. Eine lange Zeit mit vielen Besuchen, in der die Mutter ihre Sorgen mit der Malerei ein wenig kompensieren konnte. „Es ist ein Ausgleich, den viele auch dringend nötig haben“, sagt Anne Nissen. Durch ihre jahrelange Arbeit habe sie immer wieder erfahren, unter welch großer seelischer Anspannung die Eltern stehen.

 

Einmal im Monat gibt es das „Wochenend-Malen mit der ganzen Familie“. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie musste dieses Angebot unterbrochen werden. Anne Nissen hofft, dass es irgendwann im Sommer weitergehen kann. Auch dieses Angebot wird von „Kleine Herzen“ finanziert. Es dient dazu, die mitunter langen Besuchszeiten gerade an den Wochenenden aufzulockern und den Angehörigen und Patienten einen etwas anderen Austausch zu geben. „Denn oft sitzen die Eltern und Geschwister stundenlang am Bett und wissen irgendwann nicht mehr, was sie noch reden sollen“, sagt Anne Nissen. Durch diesen kreativen Freiraum will sie den kranken Kindern und ihren Besuch die Möglichkeit geben, einmal den Klinikalltag mit Untersuchungen und Behandlungen zu vergessen und sich von Spannungen und Ängsten zu lösen. Einmal hätte eine Mutter zu ihr gesagt: „Ich wusste gar nicht, dass Malen so gut tut. Das müsste man wirklich öfter machen.“

 

Anne Nissen ist 54 Jahre alt, wurde in Flensburg geboren und hat in Stuttgart und Hannover Kunst studiert. Sie arbeitet in Hannover als Bildende Künstlerin und hat für ihre Werke bereits mehrere Preise gewonnen. Von 2010 bis 2013 absolvierte sie an der Kunsthochschule Berlin das Masterstudium zur Kunsttherapeutin. Neben der Kinderklinik der MHH bietet sie ihre Kurse auch im Psychiatrischen Krankenhaus Wunstorf sowie in der Heilpädagogisch-Therapeutischen Wohngruppe „Lichtblick“ in Hannover an. Von der Arbeit des Vereins „Kleine Herzen“ ist sie immer wieder beeindruckt. Anne Nissen: „Es berührt mich, mit wie viel Engagement, Ideenreichtum, Ausdauer, Überzeugung, Motivation, Hartnäckigkeit und Herzblut sich der Verein einsetzt und kleine und große Dinge für die herzkranken Kinder und deren Familien bewegt und realisiert.“

 

Weitere Informationen unter https://www.kleineherzen.de/projekte/

oder https://www.lifepr.de/pressemitteilung/kleine-herzen-hannover-ev/Malen-fuer-die-Seele/boxid/845289

Hier geht es zur Abstimmung: Projekte · NP hilft (np-hilft.de)

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Hannover, 27.4.2021

Sozialbetreuung mit Herz

Kleine Herzen Hannover gründete 2012 das Projekt „SOMITH“ auf der Kinderherzstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

 

Interview mit Dr. Nilgün Kimil, Sozialbetreuerin auf der MHH-Kinderherzstation

Dr. Nilgün Kimil ist seit 2012 die Sozialbetreuerin für die Familien herzkranker Kinder auf Station 68 der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Zunächst wurde sie auf Teilzeitbasis vom Verein „Kleine Herzen Hannover“ finanziert – seit zwei Jahren hat der Gesetzgeber diese Arbeit zur Pflicht gemacht. Seitdem ist die MHH ihr Arbeitgeber. Dr. Nilgün Kimil ist 48 Jahre alt, promovierte Betriebswirtin und Mitglied der „Kleinen Herzen Hannover e.V. – Hilfe für kranke Kinderherzen“. Sie ist seit Jahren direkt vor Ort und kann die Angebote und die Arbeit des gemeinnützigen Vereins sehr gut beurteilen. Auch in ihrer Freizeit engagiert sie sich ehrenamtlich für die Herzkinder mit verschiedenen Spendenaktionen.


 „Kleine Herzen Hannover“ ist jetzt 15 Jahre alt – wie bewerten Sie die Arbeit des gemeinnützigen Vereins?

Der Verein hat in den letzten 15 Jahren sehr wichtige Projekte initiiert. Sie sind mittlerweile zu einem unverzichtbaren Bestandteil der kinderkardiologischen Abteilung der MHH geworden. Der Verein wurde für viele dieser Maßnahmen und Projekte für Preise nominiert und auch mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet. Aufgrund der bisherigen tollen Arbeit von Ira und Jörns Thorsting und den weiteren Beteiligten ist der Verein bisher schnell gewachsen und ich erwarte für die Zukunft, dass er weiter wachsen sowie neue, innovative und nachhaltige Konzepte und Maßnahmen entwickeln wird.

 

Der Verein hat sehr viel für die Kinderklinik getan – zwei Millionen Euro wurden bereits an Spenden gesammelt. Was können die Angebote bewirken?

Ich kann nicht sagen, was das alles in der MHH bewirken könnte, sondern eher was es alles schon konkret bewirkt hat. Das kann ich deswegen so sagen, weil ich in den letzten Jahren eine der engsten Zeugen der vielfältigen positiven Effekte dieser Spenden gewesen bin. Aufgrund meiner Aufgaben als Sozialbetreuerin stehe ich immer in Kontakt zu den Eltern. In diesen Gesprächen ist so ziemlich alles Thema, was die Menschen berührt. Oft sprechen wir über ihre besonderen Umstände, Gefühle und die Familiensituation. Und bei diesen Gesprächen bekomme ich sehr genau mit, was die Spenden von „Kleine Herzen“ für konkrete Effekte für diese Menschen haben. Hervorheben möchte ich die Vorbildfunktion des Vereins. So haben die Krankenkassen im Rahmen des Projekts „SOMITH - Sozialbetreuung mit Herz“ mittlerweile anerkannt, dass Sozialbetreuung ein unverzichtbares Element für die Arbeit einer Klinik ist. Das hatte bundesweit einen Modellcharakter für die Arbeit von Kliniken in diesem Bereich. Ebenso denke ich, dass das „Dolmetscher-Projekt“ ein wichtiges Beispiel auch für andere Kliniken darstellt.

 

Wie wichtig ist eine solche Sozialbetreuung für die Familien?

Wenn Eltern ein krankes Kind haben, kreisen alle ihre Gedanken und Vorstellungen nur noch um die Gesundheit ihres Kindes. Sie können dann an nichts Anderes mehr denken und fühlen sich häufig stark belastet und gestresst. Die herzkranken Kinder werden im Krankenhaus von Ärzten und Pflegekräften bestmöglich behandelt und betreut. Bei den Eltern ist die Situation jedoch anders. Sie müssen mit ihren eigenen Problemen sowie mit vielen neuen bürokratischen Vorgängen fertig werden, die zeitnah organisiert und in die Wege geleitet werden müssen.

 

Sie engagieren sich seit vielen Jahren auch noch in Ihrer Freizeit ehrenamtlich für die Herzkinder. Warum?

Ich habe in den letzten neun Jahren in der MHH-Kinderherz-Klinik fast schon alles erlebt. Ich sehe die Herausforderungen für das Gesundheitspersonal, die langen Zeiträume, wo Kinder manchmal Wochen oder sogar Monate in einem winzigen Raum im Krankenhaus verbringen müssen sowie die Schwierigkeiten, mit denen sie und ihre Eltern in dieser Zeit konfrontiert sind. Auf der anderen Seite sehe ich auch die Bemühungen von „Kleine Herzen“, allen Beteiligten bestmöglich Hilfen zukommen zu lassen. Das wird mit großem Engagement gemacht und ohne müde zu werden. Dabei wird bis ins kleinste Detail über alles nachgedacht und dafür Sorge getragen, dass sich in der Klinik sowohl die Kinder als auch ihre Familien etwas mehr entspannen und ihren Stress ein wenig reduzieren können. Ich selbst bin ein kreativer Mensch. Solange ich mich erinnern kann, hatte ich verschiedene kreative Hobbys und es kommen immer neue und weitere hinzu. Es macht mir große Freude, produktiv zu sein. Dann verkaufe ich die hergestellten Arbeiten und liebe es, dass sie Interesse finden. Das Geld, das ich dafür erhalte, stelle ich dem Verein zur Verfügung, die diese Mittel dann an den richtigen Stellen und für die entsprechenden notwendigen Zwecke verwendet. Für mich ist das der beste Weg, meine Hobbys und Fähigkeiten in den Dienst einer guten und sinnvollen Sache zu stellen.

 

Sie haben jetzt in Corona-Zeiten zum ersten Mal eine „Online-Spendenaktion“ organisiert. Was verbirgt sich dahinter?

Seit Februar sind wir dabei, kleine gehäkelte Figuren, Osterhasen oder andere Schmusetiere herzustellen. Unterstützt werde ich dabei von meinen beiden Freundinnen Gudrun Beckmann und Sedef Salmo. Wir haben auch Taschen, Baby-Rasseln oder Schlüsselanhänger gebastelt – insgesamt fast 80 Artikel. Meine Freundin Nilüfer Bacaksiz sorgt dann dafür, dass diese Produkte bei Instagram, in WhatsApp oder auf Facebook angeboten werden. Wir konnten schon sehr viele Artikel verkaufen und haben bereits eine schöne Spendensumme erreicht.

 

Sie haben auch früher schon Spendenaktionen gemacht?

Ja – im Jahre 2013 sind für unsere gebastelten Figuren 500 Euro zusammengekommen – 2018 waren es sogar schon 1.800 Euro. Damals habe ich für einen Osterhasen etwa eine Woche gebraucht. Durch Corona habe ich jetzt mehr Zeit, weil viele Freizeitaktivitäten meiner Kinder ausfallen. Mittlerweile schaffe ich einen Hasen schon in zwei Tagen.

 

Bekommen die Kinder in der MHH-Kinderherz-Klinik auch Ihre Figuren?

Vor Weihnachten habe ich kleine gehäkelte Lebkuchenmännchen an unsere Kinder verteilt. Dank der lieben Gudrun Beckmann sind unsere Kinder auf der Station immer gut mit kleinen Figuren versorgt. Die Materialkosten für Wolle und Garn tragen wir selber.

 

Zurück zum Verein „Kleine Herzen Hannover“: Sie kennen Ira Thorsting seit vielen Jahren – und auch ihr inzwischen verstorbener Ehemann Jörns war Ihnen gut bekannt. Wie bewerten Sie das Engagement dieses Ehepaares?

Ich glaube, dass das mehr ist als ein Engagement. Das war und ist ihr Leben. Was die beiden in den letzten 15 Jahren geschafft haben, hat viele Facetten. Wenn Sie beispielsweise in die Kinderklinik kommen und durch die Herzstationen gehen, dann sehen Sie mittlerweile helle, bunte, freundliche und wunderschön gestaltete Korridore und Räume. Für das medizinische Personal sind vielseitige Unterstützungsangebote geschaffen worden, die ihre schwere Arbeit erleichtern. Für die Eltern wurden soziale und psychologische Unterstützungsangebote aufgebaut, sie können mittlerweile auch bei ihren Kindern in der Klinik bleiben, in einem Ruhezimmer mit einer praktischen Pantry sich etwas ausruhen und abschalten, sie können malen und sich damit etwas entspannen und ablenken. Für die Kinder wurden die weißen Krankenhauswände spannender. Sie teilen ihre Zimmer mittlerweile mit Affen, Blumen oder einem Dschungel. Lichtspiele an der Decke erinnern sie an ihre Kinderzimmer und helfen Ängste abzubauen. Das Spielzimmer, das mit zahlreichen Büchern und Spielzeugen eingerichtet wurde, hilft den Kindern, etwas Abstand zu ihren täglichen Sorgen und Routinen zu bekommen. Zusätzliche Angebote zur Entspannung mit Hilfen von therapeutischen Klängen oder Mal-Angeboten, mit Mama und Papa im gleichen Zimmer schlafen zu können und natürlich ab und zu tolle Geschenke zu bekommen, runden diese Maßnahmen ab.

 

„Kleine Herzen Hannover“ arbeitet unermüdlich weiter für die Belange der „Herzkinder in der MHH“. Was wünschen Sie dem Verein für die Zukunft?

Ich wünsche allen Beteiligten und dem gesamten Team erstmal viel Gesundheit und viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Ich hoffe, dass wir auch in der Zukunft viele neue und innovative Projekte zusammen entwickeln und durchführen können. Und für den Verein wünsche ich mir, dass wir auch in Zukunft viele freiwillige und ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen können.

 

PR-Spiegel: https://www.lifepr.de/pressemitteilung/kleine-herzen-hannover-ev/Sozialbetreuung-mit-Herz/boxid/845047

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Hannover/Sehnde, 8.2.2021

Spiel und Freude für kranke Kinder

Dorothea Weiss arbeitet als Musik-Therapeutin in der Kinderherzklinik in der Medizinischen Hochschule Hannover

 

Wenn Dorothea Weiss über ihren Beruf spricht, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus – die Begeisterung, die Leidenschaft für ihr Tun – und die Empathie, die damit einhergeht. Dabei hat sie jeden Tag mit schwer kranken Kindern zu tun – und auch der Tod spielt oft eine Rolle. Dorothea Weiss ist Musik-Therapeutin an der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Ihr größtes Anliegen ist es, den Kindern etwas zu geben, was im Klinikalltag oft zu kurz kommt: Ruhe, Entspannung, Ablenkung – einmal auf andere Gedanken kommen. „Ich möchte ihnen etwas geben, was ihnen gut tut – was für Wohlbefinden sorgt“, sagt die 61jährige Musiktherapeutin. Seit Sommer letzten Jahres arbeitet sie nun auch für den Verein „Kleine Herzen Hannover“ – einem gemeinnützigen Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover anbietet.

 

Vereinsvorsitzende Ira Thorsting wurde in der Kinderklinik auf die Musiktherapeutin aufmerksam und sprach sie an, ob sie nicht auch für die herzkranken Kinder und für die Geschwister Musik machen könne. Sie konnte! Schon seit 14 Jahren ist Dorothea Weiss an der MHH beschäftigt – als freiberufliche Mitarbeiterin – finanziert ausschließlich von verschiedenen Elternvereinen. Das Krankenhaus selbst ist an der Finanzierung nicht beteiligt. „Als ich hier anfing war ich eine Pionierin“, sagt Dorothea Weiss. Sie lebt seit 30 Jahren in Hannover und hat an der Musikhochschule in Detmold studiert. Zunächst war sie dann viele Jahre als Musiklehrerin in verschiedenen Musikschulen tätig und brachte den Kindern das Querflöten- und Klavierspielen bei. „Als dann meine Kinder aus dem Haus waren, habe ich mich gefragt, was ich verändern könnte“, erzählt die vierfache Mutter und besann sich auf einen ganz frühen Wunsch, als Musiktherapeutin zu arbeiten. Berufsbegleitend machte sie eine entsprechende Ausbildung und erfüllte sich damit einen lang gehegten Traum. „Ich habe das nie bereut. Ich gehe jeden Tag mit großer Freude zur Arbeit, weil ich immer neue Menschen treffe, neue Situationen erlebe und Kindern und deren Eltern helfen kann. Es ist eine wunderbare Arbeit.“

 

Die Kinder nennen sie „Doro“ und freuen sich, wenn sie mit ihren Klangschalen oder Instrumenten an ihr Bett kommt. „Die meisten Kinder sind so schwer krank, dass sie nicht aufstehen können“, erklärt sie. Manche seien mit der Zeit sprachlos geworden, hätten den Kontakt zu ihrer Umwelt abgebrochen. „Einmal hatte ich ein Kind, das schon lange nicht mehr richtig gesprochen hatte. Die Eltern waren verzweifelt und wussten sich keinen Rat mehr“, erzählt die Therapeutin. An einem Tag aber sagte das Kind plötzlich: „Doro, wir können uns ja über Töne unterhalten.“ Der Mutter seien die Tränen gekommen – und auch für sie sei das ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. „Es ist ja so, dass die Kinder über lange Zeiten den belastenden Geräuschen von Überwachungsgeräten und Infusionspumpen ausgeliefert sind“, sagt Dorothea Weiss. Darum sei es für viele eine Wohltat, sich einmal mit schönen Klängen berauschen zu lassen. Sie würden dann auf andere Gedanken kommen und sich entspannen. „Viele Kinder lieben es, sich auf von Musik begleitete Fantasiereisen zu begeben“, sagt Weiss.

 

Die möchte den Kindern in der Arbeit mit Musik Ausdrucksmöglichkeiten für ihre Gefühle, inneren Bilder oder Ahnungen geben: „Einmal sagte ein Junge zu mir, dass er gar nicht mehr daran gedacht hat, dass ihm ja ständig übel ist.“ Ihre Erfahrung zeige, dass Musik gerade schwerkranken Kindern gut tun würde, insbesondere auch dann, wenn sie selber nicht so aktiv sein könnten.

 

Mehr als 200 Kinder liegen in der Kinderklinik der MHH – Dorothea Weiss betreut etwa acht bis zehn Kinder pro Tag. „Mit denen bin ich dann aber auch fast eine Stunde beschäftigt“, sagt sie. Der Tag würde für die Kinder dadurch auch eine Struktur bekommen, welche für die Zeit im Krankenhaus sehr wichtig sei. „Die wissen, am Dienstag kommt Doro und freuen sich darauf.“ Auch für Geschwisterkinder will sie da sein. Darauf legt besonders der Verein „Kleine Herzen Hannover“ viel Wert. Doch seit Sommer letzten Jahres war das bisher wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Aber geplant ist es für die Zukunft. Auch mit ihren Geschwistern könnten die kranken Kinder über die Musik wieder mehr Kontakt bekommen.

 

Dorothea Weiss ist 61 Jahre alt und ist inzwischen auch dreifache Großmutter. Mit ihren Kindern hat sie immer Musik gemacht – und auch mit den Enkeln würde sie es gerne tun, „wenn die nicht so weit weg wohnen würden.“ Aber sie kann es verschmerzen, denn jeden Tag erfüllt sie ihre Arbeit mit großer Sinnhaftigkeit. Wenn sie für die Kinder Klangschalen anschlägt oder mit ihnen singt, dann kann sie den Erfolg der Therapie sogar an den Geräten am Bett ablesen. Die Sauerstoffsättigung im Blut steigt, die Herzfrequenz geht runter – die Kinder entspannen sich. Einige schlafen auch ein – verlieren dann ihre Anspannung, die sie den ganzen langen Tag über spüren. „Ich sorge dafür, dass sie im grauen Klinikalltag mal abschalten können und sich für einige Zeit ein wenig wohler fühlen“, sagte Dorothea Weiss. Und das sei das größte Glück, das sie mit ihrer Arbeit erreichen könne.

 

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Fotos: Anne Nissen, www.annenissen.de


Sehnde, 25.1.2021

20 Musiker aus aller Welt zeigen ganz großes Herz

Charity-Projekt zugunsten „Kleine Herzen Hannover“ durch neuen „Herz Riddim Sampler“

 

„Vielleicht sollte man in diesen Zeiten einfach zusammenhalten und etwas Gutes tun“, so die Musiker Marco Friedrich und Dennis Krugmann. „Genau das war der Grund ‚Kleine Herzen Hannover e.V.‘ zu unterstützen und ein Charity-Projekt ins Leben zu rufen. Dieser Verein ist eine große Hilfe für kranke Kinderherzen und ihre Familien. Sie stehen für ein bisschen mehr Menschlichkeit und Verständnis und machen sich für betroffene Familien stark“, betont Marco Friedrich. „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet. 

 

Dieses Spendenprojekt ist für die beiden Musiker Marco Friedrich und Dennis Krugmann eine Herzensangelegenheit. Beide sind in der deutschen Reggae Szene besser bekannt als Jahco Dread und Mr. Deekay. Sie haben ein Instrumentalstück aufgenommen und Künstler aus der ganzen Welt haben dazu gesungen. Dabei herausgekommen ist der „Herz Riddim“. Musikalisch traditionell, fast nur mit akustischer Gitarre und rhythmischer Untermalung aufgebaut. „Einfach, aber wirkungsvoll wird auf verschiedenen Sprachen dazu gesungen. Manche Stücke klingen fröhlich, andere eher nachdenklich. Genauso wie es das Leben so manche Geschichte schreibt“, erklärt Marco Friedrich.

 

Für die Gestaltung des Covers konnte das Team Zoë MacTaggart gewinnen, eine Künstlerin aus dem Raum Hannover, die neben ihren kreativen Fähigkeiten auch einen Bekanntheitsgrad in der deutschen Reggae Szene hat.

 

„Für einen guten Zweck soll nun dieser Sampler auf allen bekannten Plattformen zur Verfügung stehen. Wer eine „echte CD“ in der Hand halten möchte, kann limitierte Exemplare über herzriddim@gmx.de bestellen“, freut sich Ira Thorsting, Vorsitzende von Kleine Herzen Hannover e.V..

 

„Alle Einnahmen und Spenden kommen dem Verein ‚Kleine Herzen Hannover‘ zugute und das Projekt steht für mehr Liebe und Zuversicht im Leben“, erklären die beiden engagierten Musiker. “Schon jetzt können die Musiker 750 Euro an Kleine Herzen Hannover überweisen“, bedankt sich Ira Thorsting bei allen Musikern und der Künstlerin von „Herz Riddim“.

 

Weitere Informationen zu diesem Charity-Projekt u.a. auch unter

 

 

 

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Hannover/Sehnde, 4.1.2021

Klinik-Mitarbeiter bauen Stress ab

Achtsamkeit und Kommunikation sollen für Entspannung sorgen

 

Themen wie „Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Kommunikationstraining“ stehen auf dem Stundenplan. „Wir können anderen nur helfen, wenn wir uns selbst helfen und achtsam mit uns umgehen.“ Davon ist Dr. Michael Sasse überzeugt. Er ist der leitende Oberarzt der Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Darum haben Ärzte und Pflegekräfte der Station im letzten Jahr an einem Achtsamkeitskurs teilgenommen und sich gestärkt für den stressigen Alltag im Krankenhaus. Etwa 100 Mitarbeiter sind auf der Intensivstation beschäftigt. Finanziert wurden die Kurse vom Verein „Kleine Herzen Hannover“. „Dieses Angebot ergänzt hervorragend unser Programm für Krisenbegleiter“, so Vereinsvorsitzende Ira Thorsting. „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der MHH anbietet. 

 

Zusammen mit der Trainerin Tina Boll aus Hannover haben die medizinischen Mitarbeiter daran gearbeitet, für einen persönlichen mentalen Ausgleich zum aufreibenden Dienst mit den schwer erkrankten Kindern zu sorgen. Und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. „Tina hatte tolle, schnell umsetzbare und praktische Tipps für unseren Alltag auf Station, aber auch für unseren Alltag zu Hause," betont Teilnehmerin Hannah. Einmal pro Woche konnten sich die Mitarbeiter einfach mal für 60 Minuten fallen lassen. Und die Ärzte und Pflegekräfte hatten es auch nötig – gerade jetzt während der großen Belastung durch die Corona-Pandemie. Das Training unterstützte die Teilnehmer dabei, beispielsweise mit Meditationen aus dem Gedankenkarussell auszusteigen. Außerdem wurde das Klinikpersonal darauf vorbereitet, in Stresssituationen bewusst zu agieren, statt automatisch zu reagieren. Dr. Michael Sasse: „Ohne Selbstfürsorge und Achtsamkeit in Bezug auf sich selbst ist dieser so stark fordernde Beruf nicht durchzuhalten.“

 

Es gab im letzten Jahr noch ein zweites Angebot für die Ärzte und Pflegekräfte, das auch vom Verein „Kleine Herzen“ finanziert wurde. In diesem Seminar ging es um die Kommunikation. Das Konzept entwickelte „DIE Akademie im Gesundheitswesen“ aus Bad Honnef. Ihr Auftrag: Dafür sorgen, die mangelhafte Kommunikation sowohl innerhalb des Teams als auch zu anderen Bereichen zu reflektieren und geeignete Maßnahmen zur Verbesserung zu ergreifen. Dr. Sasse: „Die Kommunikation ist für die weitaus meisten Probleme im Team verantwortlich. Wollen wir besser werden, ist das der zentrale Angriffspunkt.“

 

Im Kurs ging es vor allem darum, die Erwartungen der Patienten, die besondere Situation der Kinder und deren Eltern zu reflektieren und sich darauf einzustellen. „Es kommt darauf an, im richtigen Moment das Richtige zu sagen“, meinte Dozentin Jana Höhn. Auch das Verhalten in besonders schwierigen und eskalierenden Situationen wurde beleuchtet und anhand von konkreten Beispielen besprochen. „Besonders die Perspektivwechsel im Team haben viel Verständnis für das gegenseitige Handeln geschaffen“, betont Dr. Sasse. Das Training sei sehr praktisch auf die eigene Situation ausgelegt. „Das hat uns ganz effektiv vorangebracht.“ Es sei klar geworden, dass die Kommunikation einem beständigen Verbesserungsprozess unterliege. Dr. Sasse: „Wir können nie nachlassen, uns in diesem Bereich zu verbessern.“ Das fanden auch die Teilnehmer. Sie würden sich wünschen, dass dieses Training auch in diesem Jahr fortgesetzt werden könne. Der Verein „Kleine Herzen“ hat den dringenden Bedarf erkannt und die Finanzierung bereits zugesagt. Vorsitzende Ira Thorsting bekräftigte noch mal die Notwendigkeit dieser Angebote – gerade jetzt in der überaus schwierigen Corona-Krise.


Fotos: Kleine Herzen

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Sehnde, 28.9.2020

Schwerkranke Kinder oft stärker als die Eltern

Rückblick auf Online-Seminar mit Ideen und Anregungen zur unterstützenden Begleitung durch Eltern & Angehörige

 

„Ich würde eigentlich gerne zu Hause sterben, aber ich weiß, dass meine Eltern das nicht schaffen. Deshalb bleibe ich lieber in der Klinik.“ Mit diesem anrührenden Zitat machte der Diplom-Theologe und Notfall-Psychologe Michael Steil deutlich, dass schwerkranke Kinder oft stärker sind als ihre Eltern, aber dass es soweit nicht kommen dürfe. In einem Internet-Seminar gab er betroffenen Eltern jetzt Impulse, wie sie ihrem erkrankten Kind helfen und stärken können. Wichtig sei vor allem, dem Kind nichts vorzumachen und mit offenen Karten zu spielen. „Auch wenn die Wahrheit bitter ist, dürfen Eltern ihre Kinder nicht belügen. Dann ist das Vertrauen zerstört und die Therapie beendet“, sagte der zweite Referent, Dr. Michael Sasse, Leitender Oberarzt der Kinderintensiv-Station der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

 

Es war bereits das vierte so genannte Online-Seminar – organisiert und finanziert vom Verein „Kleine Herzen Hannover“. Weil durch die Corona-Pandemie keine Vorträge zu diesen Themen stattfinden können, gibt es diese Angebote, die sich sowohl an Ärzte und Pflegekräfte, aber auch – wie hier – an betroffene Eltern richten.  Die Idee dazu kam von der Vorsitzenden des Vereins „Kleine Herzen“, Ira Thorsting: „Wir dürfen die Eltern in dieser schwierigen Zeit nicht allein lassen und werden auch in Zukunft weitere Angebote machen.“ „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der MHH anbietet und jetzt sogar für den Deutschen Engagementpreis nominiert ist. 

 

Michael Steil gab den Eltern im Internet-Seminar wichtige Tipps und Ratschläge. Er erklärte, dass Kinder anders mit Krankheiten umgehen würden als Erwachsene. „Vor allem kleine Kinder halten sich für unsterblich. Sie sind in erster Linie Kind, neugierig, haben Interessen und können Glück und Freude empfinden“, sagte der Psychologe. Darum sollten Eltern nicht nur über die Krankheit reden, sondern für ihre Kinder schöne und glückliche Momente gestalten. Dr. Michael Sasse berichtete aus seinem Alltag mit schwerkranken Kindern. Viele Eltern hätten ein schlechtes Gewissen, wenn sie mit dem todkranken Kind scherzen würden. Aber gerade das sei wichtig, damit die Kinder Abstand gewinnen und neuen Mut schöpfen können.

 

Als kritisch sehen die Experten die Situation, wenn Kinder meinten, ihre Eltern trösten zu müssen. Das sei bis zu einem gewissen Grad in Ordnung, dürfe nur kein Dauerzustand werden. Die Vorsitzende des Vereins „Kleine Herzen“, Ira Thorsting, brachte in diesem Zusammenhang eine mögliche Elternschule ins Gespräch. Ein Ort, an dem Eltern lernen können, welche Möglichkeiten sie haben und wie sie ihre Kinder stärken können. Dr. Sasse begrüßte den Vorschlag und sagte: „Ich finde eine Elternschule gut, damit auch wir Erwachsene lernen, wie wir mit unseren Kindern in solchen krisenhaften Situationen umgehen.“ Auch Michael Steil bezeichnete den Vorschlag als „schöne Idee“. Er sei der festen Überzeugung, dass Eltern viel von ihren Kindern lernen können. Dazu müsse man ihnen aber auch mehr zutrauen und vor allem zuhören.

 

Dr. Michael Sasse behandelt seit über 20 Jahren schwerkranke Kinder in Hannover. Die MHH-Kinderintensivstation ist die größte im deutschsprachigen Raum. Das Wichtigste sei ein positives Familienklima und dass das kranke Kind eine verlässliche Bezugsperson hat, zu dem es Vertrauen haben und über alles reden kann. Auf den Satz „Ich habe Angst!“ sollten Eltern nie antworten „Du brauchst keine Angst zu haben.“ Das sei falsch, denn die Angst sei ja da. Darum solle man lieber nachfragen, wovor das Kind Angst habe und wie man damit umgehen könne. Das Kind müsse die neue Situation auch verarbeiten können. Dabei habe jedes Kind seinen eigenen Weg. „Die einen malen oder spielen, die anderen schreiben oder reden“, sagte Dr. Sasse. In der MHH gibt es dazu verschiedene Möglichkeiten, die der Verein „Kleine Herzen“ geschaffen und mit Spendengeldern finanziert. Eine Kunsttherapeutin malt regelmäßig mit betroffenen Kindern, aber auch mit den Eltern oder Geschwistern. Eine Musikpädagogin bietet Musik- und Klangtherapie an.

 

Dr. Sasse hat viele Situationen erlebt, wo Kinder durch oft einfache oder auch besondere Impulse gestärkt wurden. So habe er einmal für einen 16-Jährigen, dem nach einem Unfall der Unterschenkel amputiert werden musste, eine ebenfalls beinamputierte Paralympics-Siegerin eingeladen. Diese Begegnung habe dem Jungen einen ungeheuren Schub gegeben. Und für ein 14jähriges Mädchen habe er sogar einmal ein Pferd auf die Intensivstation gebracht. Für das Mädchen sei das der Wendepunkt gewesen. Sie habe vorher nichts mehr essen wollen und sich aufgegeben. Inzwischen habe sie ihre Schule beendet und einen Ausbildungsplatz. 

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Hannover/Sehnde, 15.9.2020

Chance auf Deutschen Engagementpreis: Jetzt für Kleine Herzen Hannover e.V. abstimmen!

Online-Abstimmung über Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises / Kleine Herzen Hannover e.V. für Dolmetscher-Projekt nominiert / Chance auf bis zu 10.000 Euro Preisgeld

 

Kleine Herzen Hannover e.V. ist im Rennen um den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises 2020. Vom 15. September bis 27. Oktober kann unter www.deutscher-engagementpreis.de/publikumspreis für Kleine Herzen Hannover e.V. abgestimmt werden. Für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen wurde Kleine Herzen Hannover e.V vom „Niedersachsenpreis für Bürgerengagement 2019“. Im November 2019 hatte Kleine Herzen Hannover e.V. den „unbezahlbar & freiwillig 2019“ gewonnen.

 

Kleine Herzen Hannover e.V.:

„Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet, die alle auch immer „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeuten. „Wir sind ein kleiner Verein, unsere Mitglieder sind alle ehrenamtlich aktiv und wir verzichten bewusst auf einen Verwaltungsapparat. Darum wird jeder Spendencent in genau definierten Projekten umgesetzt,“ betont Ira Thorsting die Vereinsvorsitzende. „Deshalb freuen wir uns riesig über diese Nominierung und ein mögliches Preisgeld würden wir für unser bundesweit einmaliges Projekt ‚Dolmetscher im Krankenhaus‘ einsetzen, das wir der Kinderherzklinik in über 50 Sprachen anbieten,“ erklärt Ira Thorsting. Und weiter: „Das ist nur möglich, da wir seit 2011 eng mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover kooperieren, die Gesundheits- und Gerichtsdolmetscher ausbilden.“ Weitere Informationen unter: www.kleineherzen.de.

 

Chance auf bis zu 10.000 Euro Preisgeld!

Der Publikumspreis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die ersten 50 Erstplatzierten der Abstimmung gewinnen außerdem die Teilnahme an einem gemeinsamen Weiterbildungsseminar zu Öffentlichkeitsarbeit und gutem Projektmanagement in Berlin. Im Falle eines Gewinns würde Kleine Herzen Hannover e.V.  das Preisgeld für sein Projekt „Gegen die Sprachlosigkeit: Dolmetscher in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover“ verwenden. 

 

Bundesweit renommierte Auszeichnung

Der ehrenamtliche Einsatz für herzkranke Kinder und ihre Familien in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erfährt durch die Nominierung eine weitere hochrangige Anerkennung. Für den Dachpreis Deutscher Engagementpreis können ausschließlich die Preisträgerinnen und Preisträger anderer Preise, die freiwilliges Engagement in Deutschland aus-zeichnen, nominiert werden. In diesem Jahr wurden die bundesweit 387 Nominierten von 162 Ausrichtern von Preisen für bürgerschaftliches Engagement vorgeschlagen. Neben dem Votum der Bürgerinnen und Bürger über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis entscheidet eine hochkarätige Fachjury über die Preisträgerinnen und Preisträger in den mit 5.000 Euro dotierten fünf Kategorien „Chancen schaffen“, „Leben bewahren“, „Generationen verbinden“, „Grenzen überwinden“ und „Demokratie stärken“. Bekannt gegeben werden die Gewinnerinnen und Gewinner aller sechs Preise bei einer Preisverleihung am 3. Dezember in Berlin, die mittels Live-Stream übertragen wird.

 

Hintergrund: Der Deutsche Engagementpreis

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Nominiert werden können alljährlich Preisträgerinnen und Preisträger anderer Engagementpreise in Deutschland. Der Deutsche Engagementpreis würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

Direktlink zum Abstimmen.

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Sehnde, 4. September 2020

Wenn die Welt zusammenbricht

„Wie sag´ ich´s den Eltern?“ | Das Überbringen schlechter Nachrichten… 

Rückblick auf unser kostenloses Online-Seminar für Ärzte & Pflegepersonal

 

Ein Kind geht morgens aus dem Haus und macht sich auf den Schulweg. Unterwegs stürzt es mit dem Fahrrad und kommt mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Die Polizei informiert die Eltern – und die fahren sofort in die Klinik. Ihr Kind ist in einem kritischen Zustand, die Verletzungen sind so gravierend, dass es daran sterben könnte. Das sind die Situationen, in denen die Ärzte extrem gefordert sind und sich immer wieder fragen: „Wie sage ich es den Eltern?“

 

Zu diesem Thema gab es jetzt ein Online-Seminar – einen Fachvortrag im Internet für Ärzte und Pflegekräfte. Durch die Corona-Pandemie können Fortbildungen zu diesem und anderen Themen derzeit nicht stattfinden. Darum organisiert der Verein „Kleine Herzen Hannover“ diese kostenlosen Angebote. Michael Steil ist Diplom-Theologe und Notfall-Psychologe. Er hat jetzt zu diesem schwierigen Thema den Online-Vortrag gehalten. Die Idee dazu kam von der Vorsitzenden des Vereins „Kleine Herzen Hannover“, Ira Thorsting: „Ich wollte unseren Ärzten und Pflegekräften in dieser schweren Zeit etwas zur Krisenbewältigung anbieten.“ „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet. Dazu zählt auch seit 2015 die Weiterbildung „Kriseninterventionshelfer im Krankenhaus“ für Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Betreuer.

 

„Nicht selten bricht für die Familie eine Welt zusammen“, sagte Michael Steil. Darum sei es umso wichtiger, dass die Ärzte für diese Situationen gut geschult seien. Ganz wichtig sei es, kompetent, sachlich und ruhig aufzutreten. Man sollte sich für diese Gespräche genügend Zeit nehmen und sich der Reaktion der Eltern anpassen. „Jedes Schreien, gegen die Wand schlagen oder einen Schuldigen suchen ist normal und natürlich“, so Michael Steil. Wichtig sei es, sich den zentralen Satz vorher zu überlegen und nicht „rumzueiern“. Eine schlechte Nachricht sei eine schlechte Nachricht. Eine Relativierung würde niemandem etwas bringen. Darum sei eine klare Ansprache mit wenigen Worten angebracht. Empirische Untersuchungen hätten gezeigt, dass Eltern in diesen Ausnahmesituationen „wie gelähmt“ seien und keine komplizierten Informationen aufnehmen könnten. Michael Steil betonte: „Alles, was ich sage, muss wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, muss ich auch sagen.“

 

Dr. Michael Sasse ist seit 20 Jahren leitender Oberarzt der Intensivstation für Kinder an der Medizinischen Hochschule Hannover. Für ihn gehören diese Situationen zum Klinik-Alltag: „Durch dieses eine Gespräch werden ganze Lebensplanungen zerstört“, sagte er in dem Online-Seminar. In der MHH würden sie diese Gespräche immer zu zweit führen – mit Arzt und Pflegekraft. Denn die Pfleger seien diejenigen, die auch nach dem Gespräch für die Eltern immer ansprechbar seien. Auf eine Frage der Seminar-Teilnehmer, ob es unprofessionell sei, zu weinen, sagte Dr. Sasse: „Ich habe schon viele Tränen vergossen. Für mich ist das reinigend und zeigt mir, dass ich lebe und Emotionen haben kann.“

 

In dem Seminar ging es auch um die Frage, was zu tun sei, wenn die Eltern einer Therapie oder Operation nicht einwilligen können oder wollen. Oft sei es für die Eltern schlecht auszuhalten, wenn ihr Kind beispielsweise über längere Zeit eine Chemotherapie machen müsse. Auch hier berichtete Dr. Sasse aus der MHH: „Wir haben in 99 Prozent aller Fälle immer eine Lösung gefunden, die gut für das Kind ist. Aber wir sind natürlich auch gefordert, zu helfen, dass die Eltern die Leiden ihres Kindes aushalten können.“ 


Sehnde, 4. September 2020

Neue Online-Seminare für Eltern & Angerhörige und für Ärzte & Pflegekräfte

Interview mit Dr. Michael Sasse, Leitender Oberarzt der Päd. Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)

 

Was macht die Corona-Krise gerade mit den Ärzten und Pflegekräften – und was mit den betroffenen Eltern?

Dr. Michael Sasse: „Das Leben hat sich grundlegend verändert. Aus medizinischer Sicht ist es so, dass viel Austausch über das Internet stattfindet. Denn es finden zurzeit keine Fortbildungen, Kongresse oder Tagungen statt - und auch größere Sitzungen in der Klinik sind kaum möglich.

 

Für die Eltern ist es eine große psychische Belastung, weil die Besuchsbedingungen durch Corona stark eingeschränkt sind. So darf immer nur ein Elternteil zu seinem Kind. Großeltern und Geschwisterkinder gar nicht. Einige Eltern machen das so, dass die Mutter am Vormittag kommt und der Vater am Nachmittag – das geht. Und es gibt natürlich auch Möglichkeiten der Kontaktaufnahme beispielsweise per Skype – aber so etwas ersetzt kein Monopoly-Spiel mit den Geschwistern.“

 

Es hat jetzt drei Online-Seminare mit Michael Steil gegeben. Wie bewerten sie das?

Dr. Michael Sasse: „Ich finde es super hilfreich. Es ist für uns Ärzte sehr entlastend, wenn man das eigene Handeln durch diese Fachvorträge noch mal hinterfragen kann. Es ist eine wichtige Stütze im Klinik-Alltag. Auch weil wir durch fehlenden Austausch auf Kongressen jetzt schon eine ganze Weile sozusagen „im eigenen Saft schmoren“.

 

Haben die Pflegekräfte überhaupt die Zeit dazu, sich zeitlich damit zu beschäftigen?

Dr. Michael Sasse: „Wenn eine Pflegekraft zu der Zeit des Online-Seminars gerade Schicht hat, geht das natürlich nicht. Aber weil diese Vorträge ja auch aufgezeichnet werden und im Internet abrufbar sind, werden sie doch von sehr vielen Ärzten und Pflegekräften angehört. Ich habe gerade von einem Kollegen aus Bielefeld erfahren, dass die sich das beispielsweise gemeinsam im Nachtdienst anschauen. Insofern findet dieses Angebot schon eine sehr gute Verbreitung.“

 

Wie bewerten Sie die Idee von „Kleine Herzen Hannover“, so eine Möglichkeit zu schaffen?

Dr. Michael Sasse: „Das ist ganz toll. Super Klasse. Es ist in dieser kommunikationslosen Zeit eine sehr sinnvolle Möglichkeit, mit Fachleuten in Kontakt zu kommen. Und ein gemeinsames Schauen eines solchen Vortrages fördert auch immens die Teambildung.“

 

Können Sie sich vorstellen, dass dieses Angebot auch nach der Corona-Krise fortgeführt wird?

Dr. Michael Sasse: „Ich bin der Meinung, dass wir nach der Corona-Pandemie durchaus zweigleisig fahren sollten. Auf der einen Seite braucht man natürlich die persönliche Kontaktaufnahme und eine freundschaftliche Vernetzung, die man nur auf Fortbildungen erreichen kann. Aber viele Kliniken können auch keine Fortbildungen mehr anbieten. Insofern sind diese Online-Seminare eine sehr sinnvolle Ergänzung. Denn damit erreichen wir auf einen Schlag sehr viele Menschen. Ich glaube, dass sich das nach Corona als zweites Standbein der Kommunikation etablieren wird.“


Hannover/Sehnde, 3.9.2020

„Wie sag´ ich´s den Eltern?“

Das Überbringen schlechter Nachrichten… 

 

Kostenloses Online-Seminar für Ärzte & Pflegepersonal am 03.09.2020 von 16-17 Uhr

Gerade in der Intensivmedizin gehören die komplexe Diagnostik, lebensbedrohliche Zustände und infauste Prognosen von Patienten für alle in der Intensivmedizin tätigen Professionen zum beruflichen Alltag. Doch während es dort Teil der beruflichen Routine ist, bricht für die betroffenen Patienten und deren Angehörigen häufig „eine Welt zusammen“ - schon gar, wenn die Patienten Kinder sind. Alle Träume und Zukunftspläne der Eltern sind mitunter von „jetzt auf gleich“ dahin. Mitunter geht es um das nackte Überleben. Die totale Überforderung, völlige Hilflosigkeit, „Das-Nicht-Wahrhaben-Wollen“ sowie nackte Angst und Panik können die Folge sein. 

 

Wie kann es da gelingen, Eltern oder Angehörigen komplexe Diagnosen oder Therapie-Ansätze zu vermitteln? Wie können infauste Prognosen und eine Therapiebegrenzung vermittelt werden?  Worauf ist zu achten? Was sind Do´s and Dont´s? Wie gelingt es, diese beiden Welten der beruflichen Routine und Profession einerseits und der häufig existentiell bedrohlichen und krisenhaft emotionalen Situation der Patienten und Angehörigen zusammenzubringen? Hierzu werden im Rahmen dieses Online-Seminars unter Berücksichtigung intensivmedizinischer, ethischer und psychologischer Aspekte wertvolle Tipps und Anregungen gegeben.

 

Inhalte:

- Die Situation von Eltern und Angehörigen - mit welchen Reaktionen ist zu rechnen? 

- Worauf ist aus psychologischer Sicht grundsätzlich im Umgang mit Eltern zu achten?

- Wie lassen sich schlechte Nachrichten „gut“ überbringen?

- Was tun, wenn Eltern nicht in eine Therapie/OP einwilligen können/wollen?*

 

„Dieses wichtige Projekt im Rahmen unserer bundesweit bereits mehrfach ausgezeichneten Initiative „Krisenbegleiter im Krankenhaus“ werden wir auch wieder gemeinsam mit Dr. Michael Sasse, Ltd. Oberarzt der Kinderintensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, und Michael Steil, Institutsleiter vom IHR – Institut für Human Resources in Freiburg, umsetzen“, erklärt Ira Thorsting, Vorsitzende von Kleine Herzen Hannover. „Unser Dozent Michael Steil, Diplom Theologe und Notfallpsychologe, ist seit über 20 Jahren im Feld der Psychosozialen Notfallversorgung tätig. Er begleitet das Projekt der Kleinen Herzen Hannover und des Pädiatrischen Intensivnetzwerks PIN „Krisenbegleiter im Krankenhaus“ seit 2015 und hat sich spezialisiert u.a. auf Krisen- und Resilienz-Coachings“, so Ira Thorsting.

 


„In unserer Kommunikation zu Eltern herzkranker Kinder und auch zu Ärzten und Pflegekräften, die auf Kinderintensivstationen tätig sind, werden wir das Online-Seminar-Format zukünftig stärker nutzen, denn es ist eine sehr wertvolle Ergänzung zu den bestehenden Print-Angeboten, die wir vom Bundesverband Herzkranker Kinder in der MHH zur Verfügung stellen“, betont Thorsting. Das zweite Online-Seminar für Eltern & Angehörige herzkranker Kinder findet am 25.9.2020 um 17 Uhr statt.

Weitere Informationen zu den kostenfreien Online-Seminaren von Kleine Herzen Hannover erhalten Sie unter Ira.Thorsting@t-online.de - und hier die Zugangsdaten zum

 


Online-Seminar für Ärzte & Pflegekräfte von Kinderintensivstationen - Überbringen schlechter Nachrichten 
Do., 3. Sept. 2020, 16:00 - 17:00 (CEST) 

 


Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil. 
https://global.gotomeeting.com/join/244227613

Sie können sich auch über ein Telefon einwählen. 

Deutschland: +49 891 2140 2090 

Zugangscode: 244-227-613 


 

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Göttingen/Sehnde, 17.8.2020

„Ideenreich – Visionen Raum geben“

Innovationspreis des Landkreises Göttingen 2020

Bundesweit einmaliges Projekt von Kleine Herzen Hannover e.V. hofft auf Auszeichnung: „Dolmetscher in über 50 Sprachen“ für Kinder-Herzklinik in der Medizinischen Hochschule Hannover

 

Der Verein „Kleine Herzen Hannover“ kümmert sich seit über 14 Jahren um die Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und entwickelt bundesweit einmalige Projekte für Herzkinder und den Familien sowie auch für Ärzte und Pflegekräfte. Mit diesem wichtigen Preis hofft das Vereinsteam ihr innovatives Projekt „Dolmetscher in über 50 Sprachen“ bundesweit bekannt zu machen. „Wir freuen uns sehr, wenn wir eine Berücksichtigung beim Sonderpreis für Integration und Soziales finden können“, betont Ira Thorsting, Vereinsvorsitzende von Kleine Herzen Hannover.

 

Der Innovationspreis des Landkreises Göttingen wird in diesem Jahr bereits zum 18. Mal verliehen. Schon seit vielen Jahren sind Sponsoren, wie die Sparkassen aus Göttingen, Duderstadt und Osterode am Harz, die EAM, Measurement Valley und das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, dabei. 109 Unternehmen/Organisationen/Vereine haben in diesem Jahr ihre Ideen bei der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen GmbH (WRG) eingereicht, wobei die Bandbreite der Wettbewerbsbeiträge erneut groß ist.

 

Die Bewerbungsfrist endete am 30. Juni 2020. Die Gewinner werden bei der Preisverleihung am 19. November 2020 bekannt gegeben. Die Preisverleihung soll in einem feierlichen Rahmen im Deutschen Theater Göttingen stattfinden. Wie genau das Geheimnis um die Gewinner gelüftet werden wird, wollen die Veranstalter auch von den dann geltenden Sicherheits- und Kontaktvorschriften abhängig machen.

 

Bewerberübersicht: https://www.wrg-goettingen.de/inno/innovationspreis-2020/teilnehmer

 

Über Kleine Herzen Hannover e.V.

 

Kleine Herzen Hannover (www.kleineherzen.de) ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet, die alle auch immer „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeuten. Denn: Jedes Jahr werden allein in Deutschland etwa 8.000 Kinder mit einem Herzfehler geboren. Den meisten kann mit modernsten medizinischen Mitteln geholfen werden. Die Forschung macht ständig Fortschritte. Deutsche Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen gehören zu den besten weltweit. Für die Familien der kleinen Patienten aber bleibt die Belastung, das Monate oder Jahre dauernde Bangen. Es tut weh, ein Kind in der Klinik allein lassen zu müssen, aber nicht alle Familien haben das Glück, dort zu wohnen, wo es ein Herzzentrum gibt. Kleine Herzen Hannover ist ein kleiner Verein, der bewusst auf einen Verwaltungsapparat verzichtet. Darum wird jeder Spendencent in genau definierten Projekten umgesetzt.

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Hannover, 3.8.2020

Herzenssache

Das „Digitale Brett“ spendet Spielgerät für die MHH-Kinder-Herzklinik

 

Nun können die kleinen Patientinnen und Patienten der Kinder-Herzklink in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit einem neuen Spielzeug-Sandbagger im Lichthof der Klinik spielen. Die mieterinfo.tv Kommunikationssysteme GmbH beteiligte sich mit immerhin 1.200 Euro an den Anschaffungskosten für das neue Spielgerät. Initiiert wurde das Projekt durch den Verein „Kleine Herzen Hannover e.V.“, der sich für die Bedürfnisse von herzkranken Kindern, deren Eltern sowie für das Klinikpersonal einsetzt.

 

„Mir liegt das Projekt am Herzen, weil ich die MHH aus Kindheitstagen recht gut kenne und ich im nahen Kleefeld immer noch emotional und beruflich verwurzelt bin“, sagt Marcus Berbic, Geschäftsführer der mieterinfo.tv. „Außerdem bin ich selbst Vater einer in der MHH geborenen Tochter. Der wichtigste Grund ist aber wohl, dass mir das Leid von Kindern grundsätzlich sehr nahe geht und durch die gute Reputation der Kleinen Herzen sah ich hier eine gute Gelegenheit, etwas zurückzugeben und den Kindern hoffentlich etwas Lebensfreude zu schenken.“

 

„Wir freuen uns sehr über die Spende der mieterinfo.tv. Das Spielgerät wird den kleinen Patientinnen und Patienten der MHH viel Freude bereiten“, betont Ira Thorsting, Vorsitzende und Gründerin von Kleine Herzen Hannover e.V. „Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden dieser Art angewiesen. Da wir keinerlei Spendenmittel für Gehälter, Mieten oder Personalkosten verwenden, kommen die Spenden auch immer direkt bei den Kindern und ihre Familien an.“

 

Der Verein kümmert sich unter anderem um Kunsttherapie, Sozialbetreuung für herzkranke Kinder und ihre Familien, um Supervisionen, die dafür sorgen, dass auch die Mitarbeitenden der Klinik seelisch fit bleiben, um medizinisch geschulte Dolmetscherinnen und Dolmetscher, die bei Patientengesprächen vermitteln. „Wir wünschen uns sehr, dass dieses bisher bundesweit einmalige Dolmetscher-Projekt auch in anderen deutschen Kinderklink Standard werden wird“, so Ira Thorsting.

Ira Thorsting (li.), Vorsitzende Kleine Herzen Hannover, überreicht als Dankeschön ein Scherenschnittbild vom Vereinslogo an Marcus Berbic (Bildmitte), Geschäftsführer von mieterinfo.tv Kommunikationssysteme GmbH & Co. KG, für die wunderbare finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung eines neuen Sandspielzeugbaggers für die MHH-Spieloase. Besonders freut sich auch Claudia Erzfeld Dokanikis (re.), Leiterin der Spieloase der Medizinischen Hochschule Hannover. Foto: Karin Kaiser/MHH

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Hannover, 20.7.2020

Unentdecktes – eine Herzens-Kunst-A(u)ktion

Design-Studenten spenden 2.997 Euro zugunsten Kleine Herzen Hannover

 

Eine besondere Summe für eine besondere Aktion: 2.997 Euro haben Design-Studenten der Hochschule Hannover (HsH) bei ihrer 5. Kunstbenefiz-Aktion „Unentdecktes“ im Oktober 2019 eingenommen. Das Geld haben die angehenden Künstler*Innen jetzt erneut dem Verein „Kleine Herzen Hannover – Hilfe für herzkranke Kinder“ gespendet. Der kümmert sich mit seinen bundesweit bereits mehrfach ausgezeichneten Vereinsprojekten bereits seit 14 Jahren um die Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover.

 

„Wir bedanken uns ganz herzlich bei den 70 Künstler*Innen, die im letzten Jahr in den Hannover Docks im Limmer Hafen in Hannover die Kunstbenefiz-Auktion gestaltet und 537 ihrer Werke ausgestellt haben. Es gab 187 Gebote auf 129 Ausstellungsstücke“, freut sich Ira Thorsting, Vorsitzende von Kleine Herzen Hannover. Studierende der Fakultät 3 der Hochschule Hannover unterstützen mit der stillen Kunstauktion "Unentdecktes" bereits seit fünf Jahren die Vereinsprojekte. „Dieses Mal werden wir die enorme Summe für unsere Krisen- und Resilienz-Online-Seminare für Eltern und Angehörige herzkranker Kinder und für Ärzte und Pflegekräfte einsetzen“, betont Ira Thorsting. „Im letzten Monat starteten die ersten beiden Online-Seminare und der Erfolg war enorm“, so die Vereinsvorsitzende.

 

Wenn es nach Nikita Pohlan, Organisator der letzten Unentdecktes LagerKunstAusstellung, geht, dann könnte die nächste stille Kunstauktion „Unentdecktes“ im Herbst 2021 stattfinden: „Wegen der Pandemie verzögert sich unsere Planung. Wir werden das Jahr Pause nutzen, um neue Konzepte zu erarbeiten.“ Und für den Verein Kleine Herzen Hannover steht fest: „Vielleicht entwickeln wir in der aktuellen Situation neue, digitale Wege, um die jungen Künstler*innen zu unterstützen“, regt Ira Thorsting an. Denn: Junge Kunst im Abseits? - Das möchte der Verein „Kleine Herzen Hannover“ auf jeden Fall verhindern und weiß genau, was Kunst auch im Genesungsprozess bedeutet: Denn auch hier bietet der Verein auf der Kinderherz- und Kinderintensivstation in der Medizinischen Hochschule Hannover den kleinen und schwerkranken Patienten und auch der ganzen Familie regelmäßig mit Anne Nissen, Kunsttherapeutin und Bildende Künstlerin, das Projekt „Farbe für die Seele“ an.

Kunst in den Hannover Docks von 70 Design-Studenten der Hochschule Hannover (HsH) von ihrer 5. Kunstbenefiz-Aktion „Unentdecktes“ im Oktober 2019 zugunsten „Kleine Herzen Hannover“. Foto: Kleine Herzen

Rückblick von der 4. stillen Kunst-Auktion „Unentdecktes“


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Sehnde, 30. Juni 2020


Kleine Herzen Hannover e.V. für Deutschen Engagementpreis 2020 nominiert

 

Kleine Herzen Hannover e.V. nominiert für den deutschen Dachpreis für freiwilliges Engagement / Zuvor den Niedersachsenpreis für Bürgerengagement „unbezahlbar und freiwillig“ erhalten / Jetzt Chance auf bis zu 10.000 Euro Preisgeld

Sehnde, 30. Juni 2020. - Kleine Herzen Hannover e.V. ist für den Deutschen Engagementpreis 2020 nominiert. Zuvor ist Kleine Herzen Hannover e.V. bereits mit dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement „unbezahlbar und freiwillig“ ausgezeichnet worden und geht nun ins Rennen um den Preis der Preise für freiwilliges Engagement. Ausgezeichnet wurde Kleine Herzen Hannover e.V. für das herausragende Engagement im Bereich gegen den Pflegenotstand mit dem Projekt "Krisenbegleiter im Krankenhaus". Der besondere Einsatz mit dem Vereinsprojekt „Dolmetscher im Krankenhaus“ erfährt durch die Nominierung eine weitere hochrangige Anerkennung.

 

Chance auf bis zu 10.000 Euro Preisgeld

Kleine Herzen Hannover e.V. hat jetzt die Chance bei der feierlichen Preisverleihung des Deutschen Engagementpreises am 3. Dezember 2020 in Berlin geehrt zu werden. Auf die Gewinnerinnen und Gewinner der fünf Kategorien Chancen schaffen, Leben bewahren, Generationen verbinden, Grenzen überwinden und Demokratie stärken warten Preisgelder in Höhe von je 5.000 Euro. Eine Experten-Jury bestimmt die Preisträgerinnen und Preisträger dieser Kategorien. Über den mit 10.000 Euro dotierten Publikumspreis stimmen die Bürgerinnen und Bürger im Herbst 2020 online unter www.deutscher-engagementpreis.de ab.

 

Kleine Herzen Hannover e.V.

„Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet, die alle auch immer „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeuten. „Wir sind ein kleiner Verein, der bewusst auf einen Verwaltungsapparat verzichtet. Darum wird jeder Spendencent in genau definierten Projekten umgesetzt,“ betont Ira Thorsting die Vereinsvorsitzende. „Deshalb freuen wir uns riesig über diese Nominierung und ein mögliches Preisgeld würden wir für unser bundesweit einmaliges Projekt ‚Dolmetscher im Krankenhaus‘ einsetzen, das wir der Kinderherzklinik in über 50 Sprachen anbieten,“ erklärt Ira Thorsting. Und weiter: „Das ist nur möglich, da wir seit 2011 eng mit dem Ethno-Medizinischen Zentrum Hannover kooperieren, die Gesundheits- und Gerichtsdolmetscher ausbilden.“

 

Weitere Informationen unter: https://www.kleineherzen.de/projekte/

 

Der Deutsche Engagementpreis

Der Deutsche Engagementpreis ist der Dachpreis für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland. Er würdigt das freiwillige Engagement von Menschen in unserem Land und all jene, die dieses Engagement durch die Verleihung von Preisen unterstützen. Über 700 Wettbewerbe und Preise gibt es in Deutschland für freiwilliges Engagement. Sie können ihre Preisträgerinnen und Preisträger für den Deutschen Engagementpreis nominieren. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Deutschland zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.

 

Initiator und Träger des seit 2009 vergebenen Deutschen Engagementpreises ist das Bündnis für Gemeinnützigkeit, ein Zusammenschluss von großen Dachverbänden und unabhängigen Organisationen des Dritten Sektors sowie von Experten und Wissenschaftlern in Deutschland. Förderer sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Deutsche Fernsehlotterie und die Deutsche Bahn Stiftung.

 

Weitere Informationen unter: www.deutscher-engagementpreis.de

 

Kontakt

Ira Thorsting

Kleine Herzen Hannover e.V.

Wirringer Str. 21a

31319 Sehnde

Tel.: 0179 5097103

Mail: Ira.Thorsting@t-online.de

www.kleineherzen.de

 

Pressekontakt Deutscher Engagementpreis

Markus Winkler, Pressereferent Deutscher Engagementpreis

Telefon: (030) 897947-64

markus.winkler@stiftungen.org
www.deutscher-engagementpreis.de

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Sehnde, 26.Juni 2020

Wenn einem alles zu viel wird

Spendenerlöse der proWIN Stiftung und zwei ihrer Vertriebsteams ermöglichen kostenlose Online-Seminare für Ärzte & Pflegekräfte sowie für Eltern & Angehörige herzkranker Kinder

 

Der Musiker Tim Bendzko singt „Ich bin doch keine Maschine, ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut“. Dieser Titel trifft gerade nicht nur vielen Ärzten und Pflegekräften mitten ins Herz, sondern auch Eltern schwerkranker Kinder. Denn zusätzlich zu den üblichen Sorgen verlangt ihnen die Corona-Krise gerade alles ab. Zu wenig Personal, zu viele Überstunden in den Kliniken – Kontaktsperren und Hygienevorschriften für Eltern und Kinder – und immer die Angst im Nacken, sich mit dem Virus anzustecken. „Wir müssen den Pflegekräften und den Eltern in dieser Situation helfen“, betont Ira Thorsting, die Vorsitzende des Vereins „Kleine Herzen Hannover“. So lud sie einen Fachmann für „Resilienz im Alltag“ zu zwei Video-Vorträgen im Internet ein, und der Verein übernahm dafür die Kosten. Michael Steil ist Diplom-Theologe und Notfall-Psychologe. Er gab Ärzten und Pflegern sowie Eltern und Angehörigen wichtige Ratschläge, wie sie die Ausnahmesituation bewältigen können.

 

„Durch die enorme finanzielle Unterstützung in Höhe von 2.000 Euro der proWIN-Stiftung und den beiden proWIN-Mitarbeiterinnen Melanie Kador undMichaela Wandschneider konnten wir diese Online-Seminare kostenfrei anbieten,“ freut sich Ira Thorsting von „Kleine Herzen Hannover“, ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 bundesweit bereits mehrfach ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet. „Es ist bereits das dritte Mal, dass die proWIN-Teams und die proWIN-Stiftung unsere Projekte unterstützen,“ betont Thorsting. „Die Online-Projekte finden wir beide richtig gut, denn das ist in der momentanen Zeit eine optimale Möglichkeit. Eine sehr gute Idee, die wir gern unterstützen, da auch wir mittlerweile sehr erfolgreich damit arbeiten,“ betonen die beiden proWIN-Mitarbeiterinnen Michaela Wandschneider und Melanie Kador.

 

Michael Steil stellte den Ärzten und Pflegern zu Anfang die Frage: Wie kann ich dauerhaft für meine Tätigkeit brennen, ohne dabei auszubrennen?“ Jeder müsse sich immer wieder fragen, was ihm guttut und sich so kleine Kraftquellen im Alltag schaffen. „Ich trinke jeden Mittag einen guten Espresso“, sagte der Dozent. Oft seien es solch kleine „goldene Minuten“, die helfen könnten, wieder etwas Abstand zu gewinnen. Jeder solle sich auch fragen, wer ihm guttut und dann die Kontakte zu diesen Menschen pflegen. Und ganz wichtig sei es, sich immer wieder die Fragen zu stellen: Was kann ich? Worin bin ich gut?

 

Wenn es einem alles zu viel wird, sagte Michael Steil, dann könne man Strategien anwenden, die einfach, aber sehr wirksam seien. Beispielsweise kurz die Situation verlassen, ein paar Schritte gehen, tief in den Bauch atmen oder ein großes Glas Wasser im einem Zug austrinken. Und am Ende eines Tages solle man sich vergegenwärtigen, was alles gut war. Das Ganze vielleicht sogar in einem Tagebuch aufschreiben und positiv bleiben. Dieses gelte auch für die Eltern. „Ein krankes Kind besteht nicht nur aus Krankheit. Es kann auch Glück empfinden. Darum gestalten Sie leichte, glückliche Momente für Ihre Kleinen“, appellierte er an die Eltern. Viele hätten nicht nur mit ihren eigenen Ängsten zu kämpfen, viele wüssten auch nicht, wie sie sich ihrem Kind gegenüber richtig verhalten sollen. „Offenheit ist ein sehr guter Weg“, sagte Michael Steil: Man solle dem Kind nichts vormachen – aber: „Alles, was ich sage, muss wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, muss ich auch sagen.“

 

Michael Steil bestärkte die Eltern aber auch darin, an sich selbst zu denken: „Es darf Ihnen auch gut gehen, wenn es Ihrem Kind schlecht geht.“ Der Dozent riet dazu, sich ab und zu Abstand zu verschaffen und den Akku aufzuladen. Sich mit Freunden treffen und nicht immer nur über die Krankheit reden. „Dann können sie Ihrem Kind wieder mit einem Lächeln begegnen und ihm dadurch neue Kraft geben.“ Den Eltern empfahl er weiter, zu versuchen, die oft so traurige Realität zu akzeptieren und die Angst anzunehmen. Dafür müsse sich niemand schämen – und man müsse auch nicht immer nur stark sein. Sie sollten aktiv gegen die Sorgen vorgehen. Für viele sei auch die Musik oder das Malen ein guter Ausgleich. Weitere Praxis-Tipps gegen die Angst:  Entspannungsübungen, körperliche Betätigung und richtiges Atmen. Zum Schluss der Seminare gab es viel Lob und Dankbarkeit der Teilnehmer.


Sehnde, 20. Juni 2020

Akku aufladen fürs kranke Kind

Kleine Herzen Hannover startet kostenlose Online-Seminare für Eltern und Angehörige herzkranker Kinder

 

 

„Ein schwerkrankes Kind besteht nicht nur aus Krankheit. Es kann auch Glück und Freude empfinden. Darum gestalten Sie leichte, glückliche Momente für Ihre Kleinen!“ Mit diesem Appell richtete sich jetzt der Diplom-Theologe und Notfall-Psychologe Michael Steil an Eltern schwerkranker Kinder. Der Verein „Kleine Herzen Hannover“ hatte ihn zu einem einstündigen Seminar eingeladen - über das Internet konnten sich betroffene Eltern kostenlos daran beteiligen. Mit dieser neuen Form der Kommunikation versucht der Verein jetzt während der Corona-Pandemie wichtige Hilfestellungen in Krisenzeiten zu geben. Vereinsvorsitzende Ira Thorsting hatte die Idee dazu. „Ich kann mir gut vorstellen, dieses niedrig schwellige Angebot für Eltern schwerkranker Kinder noch weiter auszubauen.“

 

„Gerade in dieser schwierigen Zeit seien Eltern oft allein mit ihren Sorgen und Ängsten. Darum sei hier dringend Hilfe nötig - und darum haben wir das Projekt auch gerne finanziert“, sagte die Vereinsvorsitzende. „Kleine Herzen Hannover“ ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2006 einmalige und bereits mehrfach bundesweit ausgezeichnete Projekte in der Kinderherzklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) anbietet, die auch immer „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeuten. Ira Thorsting kennt den Dozenten Michael Steil schon lange: „Er ist seit über 20 Jahren in der Psychosozialen Notfallversorgung tätig. Er begleitet das Projekt der Kleinen Herzen Hannover und des Pädiatrischen Intensivnetzwerks PIN „Krisenbegleiter im Krankenhaus“ seit 2015 und hat sich spezialisiert auf Krisen- und Resilienz-Coachings“. Fast 30 Teilnehmer nahmen jetzt an dem Internet-Seminar teil. Sie erhielten nicht nur wertvolle Praxis-Tipps für den Umgang mit ihren schwerkranken Kindern - ihnen wurde auch Mut gemacht. Denn viele Eltern haben nicht nur mit ihren eigenen Ängsten zu kämpfen, viele wissen auch nicht, wie sie sich ihrem Kind gegenüber richtig verhalten sollen. „Offenheit ist ein sehr guter Weg“, so Michael Steil: Man solle dem Kind nichts vormachen - aber: „Alles, was ich sage, muss wahr sein. Aber nicht alles, was wahr ist, muss ich auch sagen.“

 

Michael Steil sagte, er habe großen Respekt für das, was die Eltern schwerkranker Kinder aushalten und leisten müssen. Er bestärkte sie aber auch darin, an sich selbst zu denken: „Es darf Ihnen auch gut gehen, wenn es Ihrem Kind schlecht geht.“ Der Dozent riet dazu, sich ab und zu etwas Abstand zu verschaffen und den Akku aufzuladen. Sich mit Freunden treffen und nicht immer nur über die Krankheit reden. „Dann können Sie Ihrem Kind wieder mit einem Lächeln begegnen und ihm dadurch neue Kraft geben.“ Auch solle man versuchen, das Kind Dinge machen zu lassen, die es kann - und Kontakte nach außen zuzulassen - vielleicht auch übers Internet. Michael Steil: „Ich konnte mir vor vier Monaten nicht vorstellen, einmal ein Seminar im Netz zu halten.“ Für Kinder sei dieses Medium aber viel näher und oft ein guter und wichtiger Kontakt zu Freunden.

 

Den Eltern empfahl er, zu versuchen, die oft so traurige Realität zu akzeptieren und die Angst anzunehmen. Dafür müsse sich niemand schämen - und man müsse auch nicht immer nur stark sein. Sie sollten vielmehr - wenn möglich - aktiv gegen die Sorgen vorgehen. Vor allem dann, wenn scheinbar nichts mehr geht. Dann: Mit Dritten sprechen, Hilfe in Anspruch nehmen und vielleicht ein Angst-Tagebuch führen. Für viele sei auch die Musik oder das Malen ein guter Ausgleich. Weitere Praxis-Tipps gegen die Angst:  Entspannungsübungen, körperliche Betätigung und richtiges Atmen. „Stoßen Sie ruhig mal einen tiefer Seufzer zischend aus, das wirkt oft Wunder.“ Schließlich könne auch das Beten für viele Eltern ein Weg sein, mit der Situation umzugehen. „Dafür muss man auch nicht immer in die Kirche gehen.“

 

Zum Schluss des Vortrages gab es im angeschlossenen Chat viel Lob und Dankbarkeit der Teilnehmer: „Der Praxisbezug hat uns gefallen.“ oder „Super! Sehr informativ und inhaltlich!“


Hannover, 16.11.2019

Wettbewerb „Unbezahlbar und freiwillig“

Landesregierung, VGH und Sparkassen zeichnen Preisträger 2019 aus – Dr. Jörg Mielke lobt ehrenamtliches Engagement 

Niedersachsenpreis für Bürgerengagement 2019 an "Kleine Herzen Hannover" für das Projekt gegen den Pflegenotstand "Krisenbegleiter im Krankenhaus"

 

Der Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, Dr. Jörg Mielke, hat gemeinsam mit VGH-Vorstandschef Hermann Kasten und Sparkassenpräsident Thomas Mang am 16. November 2019 bereits zum 16. Mal zehn Vereine, Gruppen und Einzelpersonen mit dem „Niedersachsenpreis für Bürgerengagement“ ausgezeichnet. Ziel ist es, die Anerkennungskultur in Niedersachsen zu stärken und mehr Menschen für freiwilliges Engagement zu begeistern.

 

Dr. Mielke lobte bei der Abschlussveranstaltung das große Engagement von mehr als drei Millionen Menschen, die sich in Niedersachsen ehrenamtlich engagieren. „Ich freue mich, dass wir in Niedersachsen – Dank des großen Engagements – so viele tolle Vereine und Projekte haben. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Mit dem Niedersachsenpreis für Bürgerengagement wollen wir diejenigen öffentlich würdigen, die sich in unserem Land meist ohne großes Aufsehen für das Wohl anderer einsetzen. Ihnen allen gilt mein herzlicher Dank!“, so der Chef der Staatskanzlei.

Insgesamt wurden Preise im Gesamtwert von 33.000 Euro vergeben.

 

Der gemeinsam von den niedersächsischen Sparkassen, den VGH Versicherungen und der Landesregierung ausgelobte Wettbewerb stieß auch bei seiner 16. Auflage auf große Resonanz. Es beteiligten sich rund 400 Einzelpersonen, Gruppen und Vereine aus dem ganzen Land. Bei der Veranstaltung wurden zehn von ihnen für ihr vorbildliches bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet. Kurze Filmbeiträge stellten die prämierten Projekte den Gästen vor. Über einen Sonderpreis hatten die Hörerinnen und Hörer von NDR 1 Niedersachsen per Abstimmung entschieden. Dieser Preis wurde von der Leiterin des Studios Hannover, Reinhild Buschak, überreicht. Alle elf Preise sind mit je 3.000 Euro dotiert. Den Wettbewerb gibt es bereits seit 2004. Die Abschlussveranstaltung, zu der traditionell alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeladen waren, fand im Gebäude der VGH Versicherungen in Hannover statt. Rund 200 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.

 

Preisträger/-innen des Wettbewerbs 2019

(eine Rangfolge unter den Preisträgerinnen und Preisträgern gibt es nicht)

 

Kirche/religiöse Gemeinden:

„Kirchliches Jugendzentrum Phoenix e.V.“, Bad Gandersheim:

An sechs Tagen in der Woche hat das Jugendzentrum geöffnet. Das Zentrum wird gemeinsam von jungen Frauen und Männern, die sich im Bundesfreiwilligendienst engagieren, dem Ortspfarrer sowie einer Diakonin geleitet. Ziel ist es, die Jugendarbeit vor Ort zu stärken. Dabei bietet das Jugendzentrum ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen und Workshops aus Theater, Musik, Handwerk und Sport.

 

Kultur:

„Bäuerliches Hauswesen Bliedersdorf e.V.“:

Der Verein setzt sich für die Erhaltung historischer Gebäude ein. Ziel ist es, bäuerliches Kulturerbe zu pflegen, zu vermitteln und zu fördern. Der Verein hat mittlerweile acht Gebäude (unter anderem ein Backhaus, einen Schafstall und eine Scheune) aus verschiedenen Regionen abgebaut und auf dem Vereinsgelände wieder aufgebaut. Das öffentlich zugängliche Museumsdorf hat sich zu einem lebendigen Ort der Begegnung etabliert, an dem zum Beispiel Klassikkonzerte, Jazzfrühshoppen und Weinfeste stattfinden.

 

„Theater AG Hipstedt e.V.“:

Der Verein arbeitet derzeit an einem Film zum Thema „künstliche Intelligenz“. Das selbstverfasste Drehbuch sieht eine Filmlänge von 90 Minuten vor. Die Engagierten haben hierfür zu den Themen Singularität, künstliche Intelligenz und Digitalisierung recherchiert. Es ist bereits das siebte Filmprojekt der jungen Filmemacher.

 

Soziales:

„GenerationenWerkstatt“, Osnabrück:

Die GenerationenWerkstatt ist eine generationenübergreifende Aktion von Unternehmen im Mittelstand speziell für Jungen. Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren engagieren sich in Handwerksunternehmen in ihrer Nähe und schaffen dort gemeinsam etwas Neues (zum Beispiel Fußballtore, Sitzbänke, Laternen etc.). Ein pensionierter Handwerker betreut die Jungen ehrenamtlich und vermittelt praktische und soziale Fähigkeiten. Ziel ist zum einen, den Nachwuchsmangel speziell im Handwerk zu bekämpfen und zum anderen, Jugendliche auf dem Weg der Berufsorientierung zu unterstützen.

 

„Kleine Herzen Hannover e. V.":

Seit 2006 kümmert sich der Verein um die Kinderherz- und Kinderintensivstation in der Medizinischen Hochschule Hannover und entwickelt nachhaltige Projekte mit dem Anspruch der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Die Engagierten kümmern sich um die psychologische und soziale Betreuung der Patientenfamilien in der MHH und auch um die Teams durch die Finanzierung von Supervisionen. Des Weiteren sorgen sie dafür, dass Eltern von herzkranken Kindern in Kunsttherapien neue Kraft schöpfen können.

 

„Nordhorner Schulfrühstück“:

An drei Tagen in der Woche wird den Schülerinnen und Schülern an vier Nordhorner Grund- schulen ein gesundes Frühstück gereicht. Dabei geht es den Engagierten nicht nur darum, den Hunger der Kinder zu stillen, sondern um das soziale Miteinander während der Frühstückszeit.

 

„ROCK YOUR LIFE!“, Standort Lüneburg:

ROCK YOUR LIFE! Initiiert Eins-zu-eins-Mentoring-Beziehungen zwischen Studierenden und Oberschülerinnen und Oberschülern. Das Konzept unterstützt Schülerinnen und Schüler aus sozial, wirtschaftlich oder familiär benachteiligten Verhältnisse, möchte aktiv gegen mangelnde soziale Mobilität und die immer stärker werdende Bildungsungerechtigkeit vorgehen.

 

„Zeichen gegen Mobbing e.V., Gronau“:

Der Verein schafft bei Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften ein Bewusstsein für das Thema Mobbing. Mit präventiven Workshops soll Mobbingsituationen vorgebeugt werden. In den Workshops ermuntern sie Kinder zur Offenheit und einem respektvollen Verhalten, wollen für Vielfalt begeistern, das freie Denken fördern, das Miteinander stärken und Mobbing vorbeugen.

 

Sport:

„Schwimmen mit Handicap“, DLRG Ortsgruppe Bremervörde e.V.:

Ziel ist es, Jugendlichen mit Handicap das Element Wasser nahe zu bringen, sich sportlich zu betätigen, in Kursen mit anderen Jugendlichen Schwimmabzeichen zu erlangen und das Vereinsleben zu erleben.

Umwelt:

 

„Schulobstwiese für Don-Bosco-Grundschule“, Lutten:

Der Schützenverein Lutten hatte die Idee eines Schulobstgartens und schenkte diesen der Don-Bosco-Grundschule. Ziel des Projektes ist es, Kindern in der Praxis zu zeigen, welche Bedeutung Insekten, Schmetterlinge und Vögel haben. Mitglieder des Schützenvereins pflanzten mit Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern eine Streuobstwiese mit Apfel- und Birnenbäumen. Zudem wurde ein Blumenbeet mit Wildblumen angelegt sowie Insektenhotels und bunte Nistkästen gebaut und aufgestellt. Mittlerweile findet jährlich die Apfel- und Birnenernte statt. Das geerntete Obst wird den Kindern als gesunder Pausen-Snack angeboten.

 

[Quelle: https://www.stk.niedersachsen.de/startseite/presseinformationen/wettbewerb-unbezahlbar-und-freiwillig-182697.html]

"Mit dem Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro können wir einen der nächsten Aufbaukurse zum 'Krisenbegleiter im Krankenhaus' zum Thema 'interkulturelle Kompetenz' finanzieren," freut sich Ira Thorsting, Vorsitzende von "Kleine Herzen Hannover" und Ideengeberin in 2014 für die Weiterbildungskurse für Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten, Betreuer, Psychologen und Seelsorger, die auf Kinderintensivstationen arbeiten. Thorsting weiter: "In der kommenden Woche findet am 19. November der 20. Grundkurs statt, und alle Kurse haben wir in den letzten fünf Jahren wissenschaftlich begleitet. Die Ergebnisse sind unglaublich und motivieren uns, denn diese Kurse sind auch ein wichtiges Mittel gegen den Pflegenotstand auf Kinderintensivstationen."

Von li: Schatzmeister Volker Radke, Schatzmeister "Kleine Herzen Hannover", Dr. Michael Sasse, Ltd. Oberarzt der Päd. Kardiologie der Medizinischen Hochschule Hannover, Yan-Frederic Thorsting, Evaluator "Krisenbegleiter im Krankenhaus", Prof. Dr. Hans Carlo Kallfelz, Ehrenmitglied "Kleine Herzen Hannover", Hermann Kasten, Vorsitzender des Vorstands der VGH Versicherungen, Kornelia Winnicka und Ira Thorsting, Vorsitzende "Kleine Herzen Hannover". Foto: Frank Schinski

Von li.: Volker Radke, Dr. Michael Sasse, Prof. Dr. Hans-Carlo Kallfelz, Thomas Mang, Ira Thorsting, Kornelia Winnicka: Mit einem Scherenschnittlogo-Bild vom Vereinslogo und einer Tasche voller Vereinsinformationen bedankte der Verein "Kleine Herzen Hannover" bei Thomas Mang (Bildmitte), Präsident des Sparkassenverbandes Niedersachsen.

Von li.: Kornelia Winnicka, Ira Thorsting, Dr. Jörg Mielke, Dr. Michael Sasse: Mit einem Scherenschnittlogo-Bild vom Vereinslogo und einer Tasche voller Vereinsinformationen bedankte der Verein "Kleine Herzen Hannover" bei Dr. Jörg Mielke. Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei. Foto: Yan-Frederic Thorsting, www.kleineherzen.de